Unter dem Titel „Eine bessere Kinder- und Schulkindbetreuung“ veranstaltete die SPD Neusäß einen Informations- und Diskussionsabend mit der Landtagsabgeordneten Simone Strohmayr, Bettina Schiemann, Führungskraft eines Wohlfahrtsverbands, sowie dem Sozialplaner Christian Rindsfüßer, Institutsleiter von SAGS. Durch das Programm führte die 3. Bürgermeisterin Susanne Höhnle.
Höhnle betonte eingangs, dass sich die SPD für eine qualifizierte, wohnortnahe und sozial gerechte Betreuung einsetzt. Rindsfüßer zeigte auf, dass seit 2023 die Geburtenzahlen in Bayern und bundesweit deutlich zurückgehen. In Neusäß falle der Rückgang durch neue Baugebiete und einen Generationenwechsel moderater aus und es bestehe weiterhin Bedarf an Krippen- und Hortplätzen.
Die SPD Neusäß fordert daher eine einheitliche digitale Anmeldung für alle Betreuungsplätze im Stadtgebiet. So könne der tatsächliche Bedarf transparent erfasst und die Vergabe gerechter gestaltet werden. Zudem erinnerte Höhnle an die Forderung nach einer finanziellen Entlastung für Familien mit einem dritten Kind.
Ab 2026 greift schrittweise der gesetzliche Anspruch auf Ganztagsbetreuung ab dem ersten Grundschuljahr. Bettina Schiemann erläuterte die bestehenden Modelle in Neusäß: Mittagsbetreuung, Hort und Offene Ganztagsschule (OGTS). Während die OGTS kostenfrei ist, fallen in der Mittagsbetreuung Elternbeiträge an. Diese stellen insbesondere für einkommensschwächere Familien eine Belastung dar und können nicht über das Bildungs- und Teilhabepaket erstattet werden.
Schiemann machte deutlich, dass nun grundlegende Entscheidungen anstehen: Der Ganztagsanspruch müsse an allen Schulstandorten umgesetzt und zugleich eine verlässliche Ferienbetreuung organisiert werden.
Simone Strohmayr betonte abschließend, Ganztagsbetreuung müsse gebührenfrei sein und auf qualifiziertes Fachpersonal setzen – unabhängig vom Wohnort. Aus Sicht der SPD-Landtagsfraktion komme bislang zu wenig von den Bundesmitteln bei den Kommunen an. Die Diskussion zeigte: Gute Kinderbetreuung bleibt eine zentrale Zukunftsaufgabe für Neusäß.